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Dienstag, 13. August 2013

Samstag

Ein Samstag läuft nicht so gut wenn...

...der zweite Kunde mit seiner EC-Karte 200 Euro abheben möchte und man erst den Anfangsbestand an  Wechselgeld in der Kasse hat und für den Rest des Tages kaum kleine Scheine hat.

...man einen Mann nach seinem Ausweis fragt und dieser 32 Jahre alt ist.

...vor der Kasse eine Flasche Rotwein fallen gelassen wird und man die Sauerei aufwischen muss.

...der dritte Kunde schon eine Beschwerde hat...

...die in einer Warenrücknahme endet...

...und dann der Kollege mit dem Schlüssel nicht kommt um den Storno durchführen zu können.


Irgendwie ergeben sich solche Probleme wirklich nur Samstags :)
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Dienstag, 11. Juni 2013

Bio-Roboter


"Langer Tag?"

- "Ziemlich lang - sieht man mir das etwa an?"

"Ja, das sieht man...  aber das zeigt immerhin, dass Sie kein Bio-Roboter sind!"


Wie soll ich das denn bitte verstehen?


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Mittwoch, 9. Januar 2013

Gier

Eine Kundin mittleren Alters kam mit ihrer Mutter an meine Kasse um mir zu sagen, dass keine Einkaufswagen mehr vor dem Laden sind. Nachdem ich den Hinweis weitergegeben hatte entdeckte sie die Kalender meines Arbeitgebers, die an der Kasse auslagen. Eigentlich ist offensichtlich, dass man diese einfach mitnehmen kann, aber einige Kunden tun sich dennoch schwer damit und so fragte mich die Kundin höchst unauffällig:

"Was kosten denn die Kalender da?"

-"Die sind umsonst für unsere Kunden, Sie können sich gerne einen mitnehmen."

Als sie sich einen nahm und zum gehen umdrehte fragte sie ihre Mutter, ob auch sie einen benötige.

"Ach lass, wir sind doch sowieso gleich an der Kasse, ich nehme mir dann einen."

Die beiden waren zuvor erst gekommen und hatten ihren Einkauf noch gar nicht gemacht.
Die Dame ließ sich aber nicht abbringen, kam wieder an die Kasse, nahm einen zweiten (und damit auch den letzten ausliegenden Kalender) und bemerkte dabei:

"Aber wenn wir gleich an der Kasse sind sind die bestimmt alle weg - du weißt doch wie gierig die Leute sind."

Die Ironie dieser Aussage ist ihr anscheinend nicht aufgefallen. Ich hätte ihr zu gerne gesagt, dass wir diese Kalender noch kistenweise vorrätig im Lager haben...
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Donnerstag, 6. Dezember 2012

Tageszeitung

Ein Mann ging statt durch den regulären Eingang durch meinen "Kassengang", demonstrativ in Eile und raunte mir im Vorbeigehen nur schnell zu:

"Ich hole mir nur schnell die Tageszeitung."

Als er dann zum Bezahlen an meine Kasse kam musste ich mir ein Grinsen verkneifen... seine Tageszeitung war die Bild...
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Mittwoch, 5. Dezember 2012

Zählmaschine

Mitten im Nachmittagsstress des Samstagvormittags kommt eine Gruppe von 12-14-jährigen an meine Kasse. Natürlich sind sie unzertrennlich beste Freundinnen und können es nicht lange ohne einander aushalten, nicht mal für die Dauer eines Einkaufs. Von den bestimmt 5 jungen Mädchen kaufen also letztlich nur zwei etwas. Nachdem ich eine der beiden abkassiert habe scanne ich den Einkauf der anderen und nenne ihr den Betrag von ungefähr 80 Cent, sie hatte nur eine Flasche Eistee oder dergleichen gekauft. Wie üblich halte ich meine Hand auf um das von ihr hervorgekramte Geld entgegen zu nehmen, doch anstatt den kleinen Betrag abzuzählen schmeißt die junge Dame mir eine Handvoll Kleingeld in die Hand, guckt mich an und sagt:

"Können Sie selbst zählen."

Ich wurde sofort sauer. Ich mache das für jede alte Dame mit Sehschwäche, für jeden älteren Herren mit zitternden Händen und auch für die Mutter die ihre zwei Kinder auf dem Arm balanciert und mir dankbar ihre Geldbörse hinhält. Aber nicht so.

Trotzdem nehme ich ihr Kleingeld an mich, zähle mir die 80 Cent zurecht und schmeisse ihr Restgeld in kindlicher Wut und dem Wunsch nach Rache auf die Kassenablage. Und kassiere sofort den nächsten Kunden weiter.

Vom Eingang aus plärren ihre Freundinnen, wollen wissen wo sie bleibt.

"Ja Mann was soll ich machen, wenn die das Geld hier so hinschmeisst."

- "Wenn ich das Geld selbst zählen kann, kannst du es ja wenigstens selbst aufsammeln" schnauze ich zurück.

Verachtend guckt sie mich an und geht, nachdem sie mit ihren langen Gelnägeln das Geld von der Ablage aufgekratzt hat.

Zugegeben, das war nicht mein bester Moment. Man hätte das sicher auch anders regeln können. Aber ich hätte mich wahrscheinlich noch mehr geärgert, wenn ich einfach gar nichts gesagt hätte...
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Montag, 3. Dezember 2012

Herzlos

Am Samstagnachmittag habe ich ein Ehepaar im Alter von ungefähr 40 Jahren abkassiert. Es war ein kleiner Einkauf, der Rest wurde wahrscheinlich schon beim Discounter um die Ecke gekauft und die Waren die dort im Sortiment fehlen gibt es dann bei uns. Der Einkauf hatte insgesamt nur einen Wert von 7-8 Euro und wie es meine Vorschriften besagen gab es dafür von mir natürlich keinen der neuen Sammelaufkleber. Das schien den beiden aber nicht klar zu sein, denn natürlich stellen sie mir die obligatorische Frage:

"Bekommen wir noch die Sammelaufkleber?"

- "Tut mir Leid, die darf ich Ihnen erst ab einem Einkaufswert von 10 Euro geben".

Augenblicklich schlägt die Stimmung um. Die beiden werden sauer.

"Ach kommen Sie, seien Sie nicht so herzlos."

- "Ich muss mich leider an die Vorschriften halten."

Beleidigt gingen die beiden Richtung Ausgang. Dabei hörte ich wie die Frau im gehen vor sich hin murmelte: "In der Filiale XY bekommt man immer welche."

Die Aufforderung dass sie dann doch einfach in der Filiale XY einkaufen solle konnte ich mir dann gerade noch verkneifen - so herzlos bin ich dann auch wieder nicht...
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Mittwoch, 31. Oktober 2012

Samstagabend

Am Samstagabend wird die Schicht nicht weniger stressig als Mittags. Die Kunden ändern sich aber die Hektik bleibt meist dieselbe. Besonders letzten Samstag ging es hoch her. Zuerst kam ein Mann mittleren Alters an meine Kasse, ihm folgte eine ca. 17-jähriger, sehr wütend aussehender Junge der mit ihm vor mir stehen blieb. Plötzlich schrie er den Mann an: "Wenn du noch einmal meinen kleinen Cousin anpackst du Hu**nsohn, dann schlag ich dir auf die Fresse, ich sag's dir", dabei kam er dem Mann immer näher, dieser zeigte aber seltsamerweise keine Reaktion, was den jüngeren nur wütender machte. "Hast du mich verstanden?? Ich schlag dir die Fresse ein Mann." Nach dem plötzlichen Schock über die unerwartete Lautstärke mischte ich mich ein und wies den jüngeren an nicht zu schreien und im Laden keine Kunden zu bedrohen. Da solche aggressiven Jungendlichen in der Gegend leider keine Seltenheit sind und ich das vor allem in der Schicht bis 22.00 oft erlebe habe ich dem Ganzen keine weitere Beachtung mehr geschenkt. Bis mich später mein Kollege ansprach und mir die Situation erklärte. Die Mutter des "Cousins" von dem der Jugendliche gesprochen hatte erzählte meinem Kollegen nämlich, dass es sich bei dem Mann um einen stadtbekannten Pädophilen handelt der wohl auch schon verhaftet wurde, eben weil er Kindern zu nahe gekommen ist. Da wurde mir etwas schlecht. Den Mann sehe ich nämlich seit ich angefangen habe an der Kasse zu arbeiten, er ist Stammkunde und kommt fast jeden Tag. Ich glaube nicht, dass ich diesen Herren jetzt noch ohne Vorbehalte und Misstrauen abkassieren kann.

Um den Abend abzuschließen kam um kurz vor zehn noch ein sichtlich betrunkener älterer Mann auf meine Kasse zugeschwankt und bestellte zwei Flaschen Wodka (die sind ja eingeschlossen). Vor Freude strahlend nahm er die Flaschen entgegen und wählte dann ausgerechnet die Kartenzahlung. Schockiert sah ich zu, wie er kaum in der Lage war seine eigene Unterschrift auf den Beleg zu setzen. Das Wechselgeld dass er dann beim Kauf einer Tüte bekam schenkte er mir dann - er wollte wohl einfach nur seinen Wodka.

Solche Sachen machen einen dann wirklich traurig. Nach dieser Schicht war ich froh als ich endlich meine Kasse abrechnen konnte. Tatsächlich habe ich mich da noch gefragt ob der Mann mit dem Wodka nach Hause gekommen ist. Aber das ist er bestimmt.. Und bestimmt steht er am Montagmorgen wieder im Laden und kauft die nächsten zwei Flaschen. Da hat man leider einfach keinen Einfluss.
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Dienstag, 30. Oktober 2012

Auspacker

Bei der Kassentrance am Samstagmittag setzt zugegebenermaßen ab und zu mal ein bisschen das Gehirn aus. An diesem Samstag hörte ich plötzlich hinter mir ein "Entschuldigung?!". Ich mag es sowieso nicht wenn mir jemand im Rücken steht und es lenkt furchtbar ab. Hinter mir stand dann eine Mitarbeiterin aus unserem Auspackteam und schaute mich erwartungsvoll an. "Das habe ich im Regal gefunden" sagte sie fast vorwurfsvoll und hielt mir ein Netz Clementinen hin. Irritiert nahm ich das Obst an mich. Und genau da war der Aussetzer - was soll ich denn da bitte mit diesen Clementinen? Gefesselt an die Kasse? Und eigentlich ist es genau die Aufgabe der Auspacker sich um solche Dinge zu kümmern. War es also zu viel verlangt kurz in die Obstabteilung zu gehen um sie dort wieder zurück zu legen? Manchmal bin ich wirklich überrascht und verwirrt...
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Mittwoch, 27. Juni 2012

Zweite Kasse bitte!

Damit es nicht heißt ich würde mich nur über Kunden ärgern - es gibt Kollegen die denen in Nichts nachstehen. Die Schicht Samstags ist meiner Meinung nach die stressigste. Besonders der Samstag Nachmittag. Unter den Kollegen weiß man das und sollte versuchen das beste daraus zu machen. An einem dieser Samstage war ich die einzige besetzte Kasse. Das nennt sich bei uns die "erste" Kasse, also die die konstant sitzen bleibt, dann gibt es denjenigen der "zweite Kasse" macht, also sich als zweites hinsetzt und so geht das mit der dritten und der vierten weiter. Bei der vierten ist Schluss, mehr Kassen gibt es bei uns nicht. An eben diesem Samstag war ich die erste Kasse und die Schlange wurde länger und länger, so dass ich also irgendwann nach der zweiten Kasse rufen musste. Es kam aber niemand. Es wurde immer voller und immernoch kein Kollege in Sicht. Ich rief wieder durch, etwas ungeduldiger. Dann endlich, bequemte sich eine Kollegin an die Kasse. Doch anstatt sich zu setzen kam sie nur nach vorne um mich darauf hinzuweisen, dass sie nicht die zweite Kasse sei und dass sich Herr xyz setzen müsste. Zu diesem Zeitpunkt war die Schlange wirklich beunruhigend lang und die Kunden Zurecht genervt. Auch unsere Vorschriften besagen es natürlich, dass man in diesem Fall eine Kasse öffnen muss. Die Kollegin aber beharrte auf ihrer Position als spätere Kasse und nahm den weiten Weg durch den Laden auf sich um mir eben dies mitzuteilen. Ich war zurecht sauer und auch die Kunden lassen diese Stimmung letztlich an mir aus. Während die Kollegin wieder im Laden verschwand. Da sind die meisten Kunden wesentlich erträglicher ;)

Was an der Situation auch nett war: der betreffende Kollege der die "zweite" Kasse besetzen musste hielt sich während meiner Durchsagen vor dem Laden auf um dort die Außenverkäufe aufzuräumen. Er hatte der Kollegin auch Bescheid gesagt... Einfach nur zum kopfschütteln.
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