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Sonntag, 1. Juli 2012

Der Lerneffekt

Mit einer Freundin war ich am Donnerstagabend vor dem Deutschland Spiel noch im Supermarkt, um ein paar Einkäufe zu erledigen. Den Kunden merkte man die EM an, alle waren mit Fanartikeln unterwegs, kauften Bier und Grillfleisch und die Stimmung war allgemein sehr gut. Leider nicht so sehr bei der armen Kassiererin, die diese Abendschicht abbekommen hatte. Als ich mit der Freundin den Laden verließ sagte sie mir:

"Ich hätte die Kassiererin ja jetzt fast gefragt ob sie denn heute nicht das Spiel guckt, aber da ist mir dein Blogeintrag eingefallen und ich habs lieber gelassen!"

(Sie meinte damit diesen Eintrag) Sehr rücksichtsvoll von ihr ;) Ich habe witzigerweise auch schon von mehreren Lesern die ich privat kenne gehört, dass sie einige Sprüche und Verhaltensweisen die ich hier als nervig auflistet habe, an der Kasse auch schon benutzt haben - jetzt tun sie das nicht mehr ;)
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Samstag, 9. Juni 2012

Toooor!

Die Tatsache dass ich während des ersten Spiels der deutschen Mannschaft bei der EM arbeiten musste hat mich schon etwas geärgert. Was mich aber noch mehr geärgert hat waren all die Leute zwischen 20:00 und 22:00, die sich besorgt erkundigten, ob wir denn kein Fußball gucken würden. Na offensichtlich ja nicht. Und gerne würde man antworten, dass man nicht arbeiten müsste wenn es keine Kunden gäbe die um diese Uhrzeit kämen oder dass ja niemand da wäre um sie jetzt gerade zu kassieren wenn wir stattdessen das Spiel gucken würden. Aber als freundliche Kassierer die wir nunmal sind lächeln wir natürlich nur und verneinen. Und trösten uns mit dem Live-Ticker.
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Donnerstag, 17. Mai 2012

Auf der Flucht

"Machen Sie mal langsam, wird sind ja nicht auf der Flucht."

Sagen Sie das mal den zehn Kunden hinter Ihnen die schon so finster gucken und gleich mich persönlich für Ihre Wartezeit verantwortlich machen. Es ist aber auch immer dasselbe, für die einen bin ich zu schnell, für die anderen zu langsam. Und warten will keiner. Aber wie seltsam ist es doch, dass die, die in der Schlange am ungeduldigsten mit den Füßen scharren bei ihrem eigenen Einkauf dann plötzlich am meisten Zeit haben. Die dann erst alle Einkäufe einpacken bevor Sie sich bequemen mir das Geld zu reichen, natürlich erst nachdem sie die 8,97 Euro in Kleingeld hervorgekramt haben. Um dann zu merken, dass sie nur 96 Cent haben. Das ist dann natürlich ärgerlich. Meistens mehr für mich als für den Kunden. Denn von dem Kleingeld weiß der Kunde ganz hinter in der Reihe ja nichts. Der fragt sich nur, warum die blöde Kassiererin da vorne nicht endlich mal schneller macht. Ohne mich selbst bemitleiden zu wollen: Wie man es macht, man macht es falsch...
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Donnerstag, 10. Mai 2012

Ein jeder kehre vor seiner eigenen Tür...

Zu meinem Leidwesen kann wirklich alles was ich an der Kasse so tue die Kunden zu dummen Sprüchen verleiten. Mal abgesehen vom kassieren selbst natürlich, darüber habe ich mich ja oft genug ausgelassen. Aber jede andere Tätigkeit provoziert die Kunden geradezu es zu kommentieren.

Wir haben an allen Kassen Reinigungsmittel und Papiertücher liegen, damit in den raren Momenten in denen keiner da ist mal das Band gewischt werden kann, oder die Sauerei von runtergefallen Joghurts beseitigt werden kann. Lässt sich aber natürlich nicht vermeiden, dass irgendwann doch ein Kunde kommt, in diesem ruhigen Moment in denen ich entspannt mein Band säubere. Anstatt also einfach zu fragen ob es ok ist wenn man auflegt oder es eben einfach zu tun, das ist ja meine Hauptaufgabe, müssen 95% der Kunden eben dieses Reinigen des Bandes erst einmal kommentieren:

"Haben Sie extra für mich sauber gemacht?"

"Das machen Sie aber schön!"

Oder mein absoluter Aufreger:

"Da können Sie gerne bei mir Zuhause weiter machen!"

Den finde ich zudem nämlich noch sehr unverschämt.

Ich habe glaube ich oft genug klargestellt, dass ich nichts gegen ein Schwätzchen mit den Kunden habe und selbst den langweiligsten Witz auch beim zehnten Mal noch freundlich belächele - aber es gibt es denn keinen Moment wo ich mal einfach meine Ruhe haben kann? Etwas das nicht kommentiert werden muss, wo keiner seinen Senf hinzu geben muss? Oder reagiere ich vielleicht einfach völlig über?
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Mittwoch, 21. März 2012

Hungrig?

"Brauchen Sie den Kassenzettel?"

"Nee! Den kann man nicht essen. Den lass ich hier."

Gehört von einer Kollegin.
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Montag, 19. März 2012

Geklaut aus den Kommentaren von Panon:

"Sammeln Sie Treupunkte?"

-"Ich und treu? Fragen Sie mal meine Ex-Frau"

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"Spirituosen bitte"

"Ich hätte gerne was aus dem Giftschrank!"

Das sagte ein ca. 40-jähriger Mann damit ich jemanden rufe um die Spirituosen aufzuschließen - Da wird dann auch eher unaufrichtige Belustigung vorgetäuscht... immer diese Witzbolde ;)
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Sonntag, 19. Dezember 2010

Bei mir ist schon Weihnachten...

... jedenfalls dem Stress an der Kasse nach zu urteilen.
Und dann kommt alles auf einem.

Schon zu Schichtbeginn drängten die Kollegen die in Pause gehen wollten, aber zuerst mussten neue Einkaufswagen beschafft werden. Das gehört sowieso nicht zu meinen Lieblingsaufgaben, aber die auch noch durch den Schneematsch zu schieben macht es definitiv nicht besser. Kaum wieder im Laden angekommen braucht jemand einen Preis, der andere einen Storno und im dritten Gang ist einem Kunden etwas runter gefallen, ausgerechnet ein Rotkohlglas, ich hasse Rotkohl! Also Preis gucken, Schlüssel holen, Sauerei aufwischen. Auf dem Weg ins Lager um mir den Rotkohlgeruch von den Fingern zu waschen begegnen mir wieder diverse Kunden mit Fragen und Beschwerden. Unten angekommen hat der Chef wieder eine Vielzahl an Aufgaben und schickt mich wieder hoch. Schnell die Kollegen ablösen, die Pausen müssen gemacht werden bevor die nächste Ablöse kommt. Die Kunden sind ungeduldig und das fiese Wetter verbessert deren Laune auch nicht wirklich. Und dann passiert es... ein kleiner Moment Pause. Keine Kunden für einen kurzen Moment. Also schnell die Kleingeldfächer auffüllen, Kassenrolle nachfüllen und vielleicht mal einen Schluck trinken. Die Wasserflasche stelle ich aber schnell wieder weg, denn natürlich kommt doch ein Kunde. Wäre ja halb so wild wenn er nicht unbedingt so kommen müsste:

"Na sie warten ja geradezu auf Kundschaft!"


Ich bin ehrlich: "Nicht unbedingt".
Natürlich mit einem lächeln und nicht irgendwie genervt oder unfreundlich.
Aber er gibt nicht auf.

"So ohne Kunden ist es doch auch langweilig."

Ach ja? Habe ich denn sonst nichts zu tun? Zu diesem Zeitpunkt standen im Büro noch 3 Kisten Zigaretten die aufgefüllt werden wollten, 2 Stapel Preisschilder die angebracht werden mussten und 2 Kollegen die ihre Pause machen wollten. Also keine Sorge lieber Kunde, ich langweile mich schon nicht.

Wie kommen Kunden eigentlich auf die Idee, dass den ganzen Tag kein Betrieb ist, wenn das in den wenigen Minuten die sie da sind der Fall ist?!
Danach habe ich es riskanterweise versucht mal auf die Toilette zu gehen,aber nix da. Eine Kundin fängt mich ab, ich hätte ihr zuvor zu wenig Geld rausgegeben. Ich kann mich kaum an die Kundin erinnern, aber zur Sicherheit mache ich natürlich einen Kassensturz. Der dauert dann auch seine Zeit- natürlich hatte ich keine Differenz! In der Zwischenzeit hatten sich an den Kassen natürlich schon einige Kunden versammelt und ich setze mich hektisch wieder. Die Kollegin kommt aus der Pause, ich fange an die Zigaretten aufzufüllen. Und nachdem ich endlich endlich fertig bin kommt der Chef auf die grandiose Idee, dass ich doch auch noch das Zigarettenlager aufräumen könnte und eventuell noch ein paar Reste auffüllen soll! Dieser Vorgang zog sich dann durch bis fast 22.00 , um 22:10 waren endlich die letzten Kunden aus dem Laden und ich endlich frei. Und da ist mir dann aufgefallen das ich vor lauter Stress vergessen hatte meine Pause zu machen :D

Na dann frohe Weihnachten und besinnliche Feiertage ;)
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