Freitag, 22. Januar 2010

Kassiererqualität: Note 5

Heute stand ich an einem bekannten deutschen Supermarkt an der Kasse. Vor mir ein kleines Mädchen, vielleicht 8-9 Jahre alt, und kaufte die neue Bravo. Als sie dran war scannte die Kassiererin wortlos,ohne Begrüßung, die Zeitschrift und nannte den Betrag von 1,40. Als ihr das Mädchen ihr Kleingeld gab, war dies aber viel zu viel. Da sagte die Kassiererin (die mir übrigens nie besonders freundlich vorkam)

"In Mathe wohl ne 5, was?"

Ich wollte meinen Ohren nicht trauen. Vor allem würde ich die Dame gerne sehen wenn sie keine Kasse hätte die ihr die Wechselgeldbeträge automatisch ausrechnet. Das Mädchen sagte gar nichts mehr und ging dann eingeschüchtert mit ihrer Bravo. Im Nachhinein bereue ich es, nichts gesagt zu haben aber Menschen lassen sich eben nicht ändern. Vielleicht ziehe ich nächstes mal einfach das Stromkabel ihrer Kasse und lasse sie rechnen.
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Sonntag, 17. Januar 2010

Wie man sich am dümmsten beim Klauen anstellt..

Vor ein paar Monaten habe ich "meine" erste Ladendiebin erwischt. Man bekommt zwar öfter mit wie jemand erwischt wird aber dieses mal habe ich den Dieb selbst ertappt. Ehrlich gesagt eine eher seltsame Erfahrung. Es war nicht viel los und ich habe gerade einen Kunden kassiert als plötzlich ein junges Mädchen von vielleicht 14 Jahren hinter dem Kunden auftauchte. Anscheinend dachte sie ich würde mich nur auf den konzentieren den ich gerade abkassiere, aber ich hatte (und habe) durchaus einen Blick dafür was dahinter passiert- vor allem wenn es so auffällig ist. Das Mädchen griff nämlich nach oben zu den Zigaretten, nahm eine Schachtel und ging schnell davon. Wem wäre das denn bitte nicht verdächtig? Die Zigaretten sind ja schließlich an der Kasse damit man sie direkt bezahlt und eben nicht klauen kann und außerdem sah sie sowieso nicht alt genug aus- selbst wenn sie sie hätte bezahlen wollen. Ich schloss meine Kasse und ging Richtung Tür um die junge Dame abzufangen. Sie war gerade auf dem Weg zur Tür und als sie mich sah blieb sie stehen und tat so als würde sie sich das Obst anschauen. Nicht besonders überzeugend. Ehrlich gesagt war ihr Blick schon Schuldeingeständnis genug. Ich bin also zu ihr hin.
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Dienstag, 12. Januar 2010

For the first time..

Da ich im momentan im Genuss von ein paar Tagen Urlaub vom stressigen Kassenalltag bin fehlt es mir an neuem Material über das ich berichten könnte. Aber da in meinen 2 1/2 Jahren so viel passiert ist fällt mir immer wieder was ein. Wenn ich darüber nachdenke das ich tatsächlich seit 2 1/2 Jahren im selben Betrieb als Aushilfe arbeite werde ich dann doch ein wenig sentimental. Vor allem weil es aufs dreijährige zugeht. (Ja ich weiß das genau Datum meines ersten Arbeitstages noch genau- Ich muss hinzufügen das es der Geburtstag eines guten Freundes ist aber trotzdem- Datum ist Datum). In meiner grenzenlosen Sentimentalität habe ich mich dann mal an meinen ersten Arbeitstag erinnert. Und muss immer unweigerlich lachen- es war einer der schlimmsten die ich je erlebt habe.

Ich bin damals, gerade 18 geworden, völlig nervös und aufgeregt und eingeschüchtert ins Marktleiterbüro gegangen und wurde sofort ins kalte Wasser geschmissen. Kasse zählen, Kleingeld auffüllen, Kasse anmelden, die Namen der Kollegen merken, das Telefon für die Durchsagen bedienen und so weiter..
Ich saß also das erste mal an der Kasse und es war grauenhaft. Eine Kollegin stand hinter mir um mich einzuarbeiten. Der erste Kunde. Atemstille. Man erkennt eine neue Kassiererin grundsätzlich daran das sie den Artikel absucht um den Scancode zu finden- so wie ich damals. Das kostet Zeit. Ich war ebenso völlig überfordert davon das Laufband mit dem Scannen zu koordinieren und den Fuß rechtzeitig vom Pedal zu nehmen. Was eine Kundin zu dem verärgerten Ausbruch brachte: "Machen Sie das hier zum ersten Mal oder was?" Am liebsten hätte ich angefangen zu weinen. Gleichzeitig freundlich sein und schnell, vorsichtig und nicht zu verängstigt. Habe mich kaum getraut jemanden durchzurufen weil ich mich nicht als unfähig zeigen wollte. Dann noch das ewige Grauen mit den PLU Nummern für Obst und Gemüse, die zwar auf der Kasse stehen, aber in der Hektik nun auch nicht leicht zu finden sind. An diesem Tag beschwerte sich eine Kundin auch, weil ich ihren Kassenzettel schon weggeschmissen hatte. Tatsächlich etwas voreilig, aber ich habe selten einen solchen Ausbruch wegen etwas so unwichtigem erlebt. Als ich dann völlig fertig und den Tränen nahe meine Kasse abgerechnet hatte (mit sauberen 4 Euro Differenz.. nicht so gut) wollte ich meine Sachen aus dem Spind in den Hinterräumen holen- der war aber schon abgeschlossen. Die Kolleginnen waren sauer, wollten ja auch heim und ich musste mit dem Aufzug runter. An dem Tag habe ich mir geschworen nie nie nie wieder zu kommen und eine Supermarktkasse nur noch von einer Seite aus zu sehen- der als Kunden.
Aber ich bin wieder gekommen- und wieder- und wieder- und das jetzt seit fast 3 Jahren. Wer denkt kassieren seine eine anspruchslose Tätigkeit für Hausfrauen ohne Hobbys oder Hauptschulabgänger ohne Perspektive hat sich definitiv getäuscht. Denn Sachen über ein Band zu ziehen kann durchaus eine anstrengende Tätigkeit sein. Das musste ich an meinem ersten Tag auch erst lernen.
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Mittwoch, 6. Januar 2010

Entschuldigung.. Kenne ich Sie?

"Waren Sie krank?"
- Nein, wieso?
"Ich habe Sie so lange nicht mehr gesehen"
Und ich denke so bei mir... Ich habe Sie überhaupt noch nie gesehen.

Die meisten Kunden die Tag für Tag durch die Kassen dieser Welt gehen nehmen die dort sitzende Kassiererin gar nicht wahr. Es ist schon das höchste der Gefühle wenn überhaupt mal jemand realisiert, dass dort ein Mensch sitzt. Deswegen ist es immer wieder eine Freude wenn Kunden kommen die sich erinnern, oder sich sogar zu einer Art eigene "Stammkunden" entwickeln. Nach meinen 2 1/2 Jahren in derselben Filiale kenne ich die Stammkundenschaft eigentlich sehr genau. Anfangs sind es alles nur unbekannte Gesichter, die man nie gesehen hat und sich auch schwer merken kann. Dann fängt man an, Leute wiederzuerkennen. Oder man wird auf der Straße gegrüßt und grübelt den ganzen Tag wer zum Teufel das wohl gewesen ist- bis einem einfällt das es schlicht und einfach ein Kunde war. Mit der Zeit habe ich mir also meinen eigenen kleinen Stammkundenkreis aufgebaut- Leute die ganz besonders gerne von mir kassiert werden und sich immer freuen mich zu sehen und mit mir zu schwätzen.
Einer von Ihnen, ein älterer, etwas aufgedrehter Italiener hat mir berichtet, dass er sich nun immer ganz besonders aus Wochenende freut, da ich während der Vorlesungszeit nur Freitags und Samstags an der Kasse sitzen kann. Dem Italiener fällt es sofort aus wenn ich mal außerplanmäßig da bin oder meine Haare anders trage oder sonstwas und er stellt sich lieber an der längeren Schlange an- wenn es die an meiner Kasse ist. Er plaudert gerne ein bisschen mit mir und schmeichelt mir immer wieder: "Die anderen Kassiererinnen hier sind so langsam und langweilig- Sie sind meine Lieblingskassiererin."
Ein anderer meiner Lieblingskunden schätzt die kleinen Schwätzchen mit mir genauso. Ich hatte ihn noch nie zuvor gesehen und weiß auch nicht mehr wie wir jemals ins Gespräch kamen. Aber er erinnert sich an alles was ich jemand erzählt habe. Ich habe ihn mal nicht direkt erkannt und mich ziemlich erschrocken als er fragte wie denn mein Studium liefe und ob ich eine Wohnung gefunden hätte. (Ein anderer Kunde hat mir sogar bei der Wohnungssuche geholfen und sich für mich umgehört, er hatte Kontakte in meiner Uni-Stadt und wollte mir gerne helfen.) Ich war beinah gerührt das er sich das gemerkt hatte.
Und solche Kleinigkeiten machen meinen Tag an der Kasse schöner. Wenn Leute aufmerksam sind und man gesehen und beachtet wird und nicht nur ein unbekanntes Gesicht ist.
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Samstag, 2. Januar 2010

"Ich hab dich voll gedisst ey"

...sagte heute ein ca. 5 jähriger zu Mutter. Witzig irgendwie.Wenn auch etwas erschreckend.
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