Dienstag, 23. November 2010

Von allen Seiten...

Es gibt Momente an der Kasse da kann ich mir gut vorstellen Amok zu laufen. Wenn alles auf einmal passiert und so viele ungünstige Umstände aufeinandertreffen das auch ich mal die Nerven verliere.

Eine Kundin lässt ihre Packung Eier fallen. Ich bin die einzige Kasse. Ein Kollege in Pause, der andere beschäftigt und den will ich nicht nerven da der schnell fertig werden muss. Ich bin also sowieso schon hektisch und versuche so schnell wie möglich zu machen. Dazu noch freundlich bleiben und keine Fehler machen. Quasi das Tunnelblicksystem. Nicht mehr denken, nur noch Maschine sein. Und dann fallen die Eier.

"Oh äh. Das muss dann wohl einer aufwischen."

Ja. Das muss es wohl. Ich lasse die Eier erstmal liegen, kassiere die Kundin ab und hoffe das die Schlange schnell abnimmt damit ich in einem der kurzen ruhigen Momente die Sauereri beseitigen kann aber nix da. Es kommen immer mehr Kunden. Und die können sich dann die folgendene Kommentare nicht verkneifen:

"Hallo? Hallo!! Hier liegt was aufm Boden, das muss mal einer wegmachen".

"Da sind Eier runtergefallen".

(Äußerst Vorwurfsvoll) "Das müssen sie doch wegmachen, wenn da einer ausrutscht
und hinfällt, das ist doch gefährlich".


Ab da habe ich nichtmal mehr geantwortet. Denn sonst hätte ich gesagt das ich das ja gerne jetzt erledigen könnte und ob die Kunden denn alle so nett wären zu warten bis ich gewischt habe damit sich bloß keiner verletzt. Ich bin sicher es hätte keiner warten wollen. Aber über die Rutschgefahr wissen sie alle Bescheid. Und als ich es dann endlich geschafft habe einen Moment zu finden um sauber zu machen kommt natürlich noch einer und muss den raushauen:

"Und, machts Spaß? Können sie gerne auch mal bei mir Zuhause machen,da ists auch dreckig".

Amoklauf. Da kann mans doch ein bisschen verstehen. Hoffe ich.
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Kommentare:

  1. Kann man. Sehr gut.

    Wenn es zu meinen Kassenzeiten nach mir gegangen wäre, hätte Honig und Speiseöl nur noch im Metallkanister verkauft werden dürfen. Und Eier in der Gummihülle.

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  2. Natürlich hätte keiner gewartet, man hat aber gedacht, dass noch jemand anders fürs aufwischen parat steht.

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  3. Speiseöl ist echt der Hass !!! Versuch mal sowas wegzuwischen...
    Da sind mir Eier lieber! Schön ist auch, wenn die Kunden dann immer mit ihrem Wagen genau drüber fahren müssen...sonst sehen sie alles und jeden - nur da nicht. Oder man muss mal mit der wischmaschine in der kassenzone antreten... Alle glotzen wie nen Auto , aber keiner macht Platz ! Man könnte ja seinen kostbaren Platz in der schlange verlieren...

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  4. Erinnert mich an den runtergefallenen Rotkohl mal bei mir an der Kasse. Kunde : Das müssen sie aber mal dringend weg machen. Das ist ja so eine Sauerei blablabl. Ich: Ja wenn sie 2 Minuten warten dann mach ich das schnell. Kunde: Nee also wirklich nicht, ich habe keine Zeit zum warten!

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  5. ich arbeite selbst an der kasse als aushilfe und bin wirklich schon häufiger überrascht worden, was so manchem Kunden an blöden Kommentaren so einfällt. Kann dich total verstehen und lese deine einträge echt gern!

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  6. also der typ der freiwillig zugibt bei ihm sei es dreckig, ohh mein fliegendes spagehttimonster, mir wäre das peinlich.

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  7. Den letzten hätt' ich gekillt. Bei allen anderen kann ich die Bemerkungen durchaus verstehen, das kann auch nett gemeint sein. Auch wenn es nervt. Aber solche Sprüche bringen mich auch zum platzen, vor allem wenn vorher schon einiges gelaufen ist.

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  8. @ Anonym, das kommt sogar recht häufig vor. Auch wenn ich mal kurz das Kassenband sauber mache kommt so ein Spruch. Fällt wohl keinem auf was für ein negatives Bild das auf sie wirft :)

    Und euch anderen, es freut mich dass ihr mich versteht.. Manchmal denke ich ja ich bilde mir das ein oder rege mich zu schnell auf..

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  9. Die Hetik an der Kasse macht man sich oft selbst. Ich bin nicht langsam beim Kassieren, aber wenn jemandem ein Missgeschick passiert kenn ich keine Gnade. Da wird geschellt und der Kollege aus der Pause geholt. Die Zeit kann er ja dranhängen das kümmert mich nicht.

    Ausserdem treten die Kunden mit EKW den Dreck nur noch breiter, dass man eine größere Fläche als zuvor säubern muss. Ist ja dann auch nicht toll.

    Mein Rat für dich, locker bleiben und andere öfters mit ins Boot holen, dass wird die Arbeit nicht mehr ganz so schwer.

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  10. Du setzt Dich selbst viel zu sehr unter Druck. Hab ich früher am Tresen (Selbstbedienung) an einer Bar auch gemacht. Wenn etwas weggemacht werden muss und man selbst der einzige im Laden ist, dann müssen die Kunden einfach die drei Minuten warten, bis die Sache wenigstens provisorisch erledigt.

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  11. Ich kann dich sowas von verstehen; auch wenn ich ausgerechnet heute in meinem Blog über die Kasse im Netto lästere. Ich bin durchaus auch Dienstleister (zur Zeit weniger, früher mehr) und was man sich am Schalter von Kunden alles anhören muß ist wirklich die Höhe und bringt einen auf 180. Oft ist es wohl einfach nur Gedankenlosigkeit, zumindest hoffe ich das und ich habs dann ignoriert. Aber manchmal sind wirklich Sachen dabei...

    Ich hab auch schon Leute rausgeworfen und Ihnen den Weg zur Konkurrenz erklärt. Den Drohungen, das bei meinem Chef zu melden hab ich keine Beachtung geschenkt. Zumal ich gewußt hätte, daß ich keine Probleme bekommen hätte, selbst wenn sich tatsächlich mal einer beschwert hätte.

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  12. Wo waren die Eier genau? Auf dem Boden zwischen dem Kassendurchgang? Sollte mein Cousin an der Kasse hinter der Kundin stehen und die Sachen schon am Band haben ... würde er sagen: "Gehe da nicht durch. Will mich nicht dreckig machen. Will mich nicht dreckig machen" und bleibt hinter der "Pfütze" stehen.


    (Grund dafür ist eine Behinderung, die man ihm aber so aber nicht ansieht). Wäre mal interessant gewesen, wie du dann reagiert hättest.

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