Sonntag, 3. Oktober 2010

Ein etwas zu später Lehrfilm

Mein Arbeitgeber lässt sich immer wieder neues einfallen um das Wissen der Kassenkräfte zu bereichern. Vor zwei Jahren habe ich mal an einer Kassenschulung teilgenommen und nun hatte die gesamte Belegschaft die Ehre sich einen Lehrfilm anzuschauen, der uns über das Verhalten an der Kasse aufklären sollte. In Anbetracht der Tatsache das ich dort seit über 3 Jahren arbeite ist es ja witzig, dass mir das jetzt erst gesagt wird. Aber gut. Immerhin eine kleine außerplanmäßige Pause. Der nette Sprecher im Film erklärt mir also, dass die Kasse den Laden repräsentiert. AAaaaaaah! Erkenntnis!
Ich lerne, dass sich an der Kasse entscheidet ob der Kunde wiederkommt oder nicht. Aber bei manchen will ich ja gar nicht das sie wiederkommen- und sie tuns trotzdem. Ich bekomme auch erklärt, dass ich lächeln soll und mit den Kunden Augenkontakt aufbauen soll. Und diese Erleuchtung teilt man mir erst nach 3 Jahren mit? Und bedanken soll ich mich. Na aber das tun die Kunden ja auch nicht.

An welcher Stelle ich aber wirklich beinah brechen musste war die folgende Weissheit
die tatsächlich so im Film gelehrt wurde:
" Merken Sie sich: Ein Lächeln öffnet jede Tür".
Ja. So öffne ich die Tür vom Pausenraum. Und auch das ist nach 3 Jahren etwas zu spät.

Beim Kassenvorgang soll ich schnell sein und danach nochmal alles kontrollieren. Das widerspricht sich aber leider. Eine schnelle Kontrolle ist eben nicht immer die genaueste.

Und weiter geht es mit den Weissheiten:

" Freuen Sie sich über jeden Kunden- dann freut sich der Kunde auch über Sie"

Jetzt möche ich den Fernsehr aus dem Fenster schmeißen. Auch als er mir erklärt, dass die Zufriedenheit des Kunden im Vordergrund steht.

Auch die anderen Dinge wusste ich schon. An der Kasse sind keine persönlichen Gegenstände erlaubt, kein eigenes Geld, keine Handys,kein Essen... Nichts was ich nicht vorher schon gewusst hätte.

Und die Produzenten dieses Meisterwerkes würde ich zu gerne mal an der Kasse sitzend sehen.
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Kommentare:

  1. Das erinnert mich aber stark an einen etwas übermotivierten Motivationstrainer, der uns vor vielen Jahren mal heim gesucht hat.
    Der wollte mir mal zeigen, wie man andere motiviert und ging dazu mit mir (ich bin Filialleiter in einem Fotoladen) in den Supermarkt ins Untergeschoß unseres EKZ und fragte die Kassiererin (die mich natürlich kannte) ob sie denn mit ihrem Job zufrieden sei!?
    Worauf sie mehr oder weniger ehrlich antwortete, es sei OK da zu arbeiten. Der Motivationsheini meinte aber, nur wenn man zufrieden sei, können man auch Kunden freundlich gegenüber treten - und meinte zu mir gewandt, dass wir (im Fotohandel) natürlich zufriedener sein müssten, weil wir ja auch mehr Kundenkontakt hätten.
    1. Wäre ich fast vor Scham im Boden versunken.
    2. Konnte er mir diese krude Logik nicht so genau erklären
    3. habe ich ihn nach dieser Nummer gebeten unseren Laden zu verlassen (was einige Diskussionen mit meinem Chef heraufbeschwor)

    Völlig lächerlich solche Sachen, auch wenn sie manchmal den Blick wieder etwas schärfen!

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  2. Es wäre ja sinnvoller wenn mal Leute kommen würden die wirklich was von dem verstehen was sie sagen.
    Vor allem so ein Motivationstrainer wie bei dir :) Hast aber gut reagiert.

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